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Gruppe Kiel der DFG-VK

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Streitgespräch Lindner/Schomann

Wer das Streitgespräch auf der Webseite des Bundesverbandes lesen möchte, hier der Link

Wir haben  mit Schrecken das Streitgespräch in der Zivilcourage bzw. auf der Internetseite  der DFG-VK gelesen. Was hat euch nur bewogen, so einem schlimmen Bellizisten wie Tobias Lindner, den Raum zu geben, sich darzustellen. Ein Streitgespräch war es mitnichten. Lindner konnte nahezu unwidersprochen seine propagandistischen Thesen vertreten. Kriegstreiber haben nichts, aber auch gar nichts in der Zivilcourage und auf der Internetseite des DFG-VK verloren! 

Wir distanzieren uns als Mitglied der DFG-VK davon mit aller Entschiedenheit!!

Wenn Tobias Lindner die Verweigerung seines Kriegsdienstes zurückzieht, geschieht dies mit Sicherheit aus opportunistischen Gründen. Da will einer in der Truppe anerkannt  werden, will politisch vorankommen, will akzeptiert werden. Nur wer mit dem Strom schwimmt, konnte unter Baerbock Staatsminister im Auswärtigen Amt werden. Lindner weiß ganz genau, dass er einen Fronteinsatz nicht zu befürchten hat. Er macht sich die Hände nicht schmutzig. Wenn wir das Bild von Lindner und Özdemir lächelnd im Bundeswehr-Flecktarn einer Oberleutnant-Uniform sehen, krampft sich uns  der Magen!

Nachfolgend einige Formulierungen, die die Denke der Bellizisten deutlich machen und die im „Streitgespräch“ unwidersprochen blieben:

„Herr Putin ist ein böser Mensch, aber nach allem, was ich über ihn weiß, ist er nicht geisteskrank.“ Heißt, mit Putin kann man nicht verhandeln, sondern man muss ihn bekämpfen. 

Noch ein bemerkenswerter Satz, der deutlich macht, wie der böse Russe denkt. „…(i)n Russland (zählt) ein Menschenleben überhaupt nicht … und junge Rekrutinnen und Rekruten (werden) aufs Schlachtfeld geworfen.“

Dadurch wir das Feindbild Russland zementiert und führt schließlich zu Aussagen wie „Russland bleibt immer unser Feind“ von Außenminister Wadephul.

Aber, haben wir da vielleicht etwas falsch verstanden? Lindner führt doch nur gutes im Schilde. So sagt er: „ Auch ich habe die letzten Jahre als Staatsminister im Auswärtigem Amt alles getan und alles versucht, Konflikte gewaltfrei zu lösen.“ Oder: „Für mich ist der Sinn und Zweck von Militär nicht die Provokation, sondern die Prävention von Gewalt.“ 

Diesen Sätzen muss entschieden widersprochen werden. Die Stationierung der US Hyperschallraketen Dark Eagle, eine potentielle Erstschlagwaffe, ab 2026 in Deutschland, erfüllt den Tatbestand der Provokation und ist eine ernsthafte Bedrohung Russlands.

Hinsichtlich der Ukraine gibt es, unseres Wissens, keine diplomatischen Friedensinitiativen der Bellizisten, sondern nur die Forderung, weitere Waffen an die Ukraine zu liefern. Lindner steht nicht für Frieden, sondern für Eskalation! 

Es gibt glücklicherweise Einschätzungen des Ukraine-Krieges jenseits der Kriegshetzer, der Kriegspropaganda, der Bellizisten und der Mainstream Medien: 

Eine bemerkenswert gute Zusammenfassung des Konfliktes von Jeffrey D. Sachs findet sich auf den NachDenkSeiten vom 3. September 2025. Da heißt es unter anderem: 

„Aus russischer Sicht waren das Scheitern der Entmilitarisierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg, die Gründung der NATO, die Eingliederung Westdeutschlands in die NATO im Jahr 1955, die Osterweiterung nach 1991 und die anhaltende Expansion von US-Militärstützpunkten und Raketensystemen in Osteuropa in der Nähe der russischen Grenzen die größten Bedrohungen für die nationale Sicherheit Russlands seit dem Zweiten Weltkrieg.“(…) Die Vereinigten Staaten und Deutschland haben Gorbatschow im Februar 1990 versprochen, dass sich die NATO im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung „keinen Zentimeter nach Osten ausdehnen“ (9) würde, eine Tatsache, die heute von den Westmächten weitgehend geleugnet wird, die aber leicht zu überprüfen ist. Dieses zentrale Versprechen, die NATO (…) nicht zu erweitern, wurde mehrfach gegeben, aber es wurde nicht in den Text des Zwei-plus-Vier-Vertrages aufgenommen, da es bei diesem Abkommen um die deutsche Wiedervereinigung und nicht um die NATO-Osterweiterung ging.“ Im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine schreibt Sachs: „Fakt ist, dass die russische Invasion im Februar 2022 vom Westen so gründlich provoziert wurde, dass  man vermuten kann, dass es sich tatsächlich  um einen amerikanischen Plan handelte, um die Russen in den Krieg zu locken, um Russland zu besiegen oder zu schwächen. Das ist eine glaubwürdige Behauptung (11), wie eine lange Reihe von Äußerungen zahlreicher US-Beamter bestätigt (12). Nach der Invasion erklärte der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin (13), Washingtons Ziel sei es, „Russland so zu schwächen, dass es nicht mehr in der Lage ist, die Art von Dingen zu tun, die es bei der Invasion in der Ukraine getan hat. Die Ukraine kann gewinnen, wenn sie die richtige Ausrüstung und die richtige Unterstützung hat.“ (Jeffrey D. Sachs, Eine neue Außenpolitik für Europa, NachDenkSeiten, 3. September 2025, Fußnoten siehe Originaltext). 

Wir finden in dem Text von Sachs viele wichtige Informationen, die der Gedankenwelt Lindners diametral entgegenstehen.

● Die Zerstörung der nuklearen Rüstungskontrolle durch die USA, indem sie 2002 einseitig  aus dem Vertrag (ABM-Vertrag) über die Abwehr ballistischer Raketen ausgestiegen sind    

● 2019 kündigen die Vereinigten Staaten in ähnlicher Weise den Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag)

● Trotz der heftigen Einwände Russlands begannen die USA, antiballistische Raketensysteme in Polen und Rumänien aufzustellen. Sie behielten sich im Januar  2022 auch das Recht vor, solche Systeme in der Ukraine zu stationieren

● Tiefgreifende Beeinflussung der ukrainischen Innenpolitik (MAIDAN-Putsch).

● Planung einer NATO-Erweiterung um die Ukraine und Georgien seit 2008.

● Militärische Aufrüstung der Ukraine durch die USA.

● Intervention der Vereinigten Staaten gegen die Istanbul Friedensverhandlungen im März 2022. Die USA teilten den Ukrainern mit, dass sie das Friedensabkommen nicht unterstützen, sondern stattdessen die Ukraine bei der Fortsetzung des Krieges unterstützen würden.

Zurück zum „Streitgespräch“. Lindner bestreitet die militärische Überlegenheit der NATO gegenüber Russland. Lassen wir die Fakten sprechen:

Die Nato-Staaten geben derzeit etwa zehnmal so viel Geld für ihre Streitkräfte aus wie Russland (1,19 Billionen US-Dollar zu 127 Milliarden US-Dollar).“ (…) „Die Nato-Staaten haben über drei Millionen Soldat:innen unter Waffen und verfügen zugleich über ein tiefes Reservoir an Reservist:innen. Im Vergleich dazu hat Russland nur eine Personalstärke von 1,33 Millionen Soldat:innen, davon lediglich ca. 40 Prozent westlich des Urals. Trotz verschiedenen Rekrutierungsrunden für den Krieg gegen die Ukraine ist angesichts der Verluste und Desertionen zu bezweifeln, dass eine nennenswerte Erhöhung der Truppenstärke erreichbar ist.“ (…) „Die Analyse der militärischen Kapazitäten der Nato und Russlands lässt keinen Zweifel an der allgemeinen militärischen Überlegenheit der Nato. Nur bei den Atomwaffen herrscht Parität zwischen beiden Seiten. Die Notwendigkeit, in Deutschland die Militärausgaben weiter und dauerhaft zu erhöhen und dabei – in logischer Konsequenz – andere essenzielle Bereiche wie Soziales, Bildung oder ökologische Transformation nicht ausreichend zu finanzieren, lässt sich daraus nicht ableiten.“

(Greenpeace Studie „Wann ist genug genug? Ein Vergleich der militärischen Potenziale der Nato und Russlands“, November 2024) 

Auch von einer Bedrohung durch Russland kann nicht die Rede sein! 

„Russland will mit ziemlicher Sicherheit keinen direkten militärischen Konflikt mit den Streitkräften der USA und der Nato und es wird seine asymmetrischen Aktivitäten unterhalb dessen fortsetzen, was es als Schwelle für eine globalen militärischen Konflikt betrachtet.“

(US INTELLIGENCE COMMUNITY – Annual Threat Assessment, 02. 05. 2024, S. 14)

Warum dann dieser absurd hohe Betrag für die Aufrüstung in Deutschland und den übrigen Ländern der NATO?

In den letzten Woche hat sich immer deutlicher gezeigt, dass die Europäer an einem Frieden in der Ukraine kein Interesse haben. Im Gegenteil, alle Planung weisen auf eine militärische Konfrontation mit Russland hin!

Was für ein Wahnsinn! Alle NATO Manöver der letzten Jahre in Europa hatten ein eindeutiges Ergebnis: die völlige Zerstörung Deutschlands und weiterer Länder Europas!

(Siehe Jonas Tegel, „Kriegsspiele. Wie NATO und Pentagon die Zerstörung Europas simulieren.“)

Um mit dem UN-Generalsekretär António Guterres zu sprechen: „Die rasant wachsenden Militärausgaben sind … eine Bedrohung für die Zukunft der Menschheit. Die Beweislage ist klar: Übermäßige Militärausgaben garantieren keinen Frieden. Oft untergraben sie ihn sogar, indem sie Wettrüsten anheizen, Misstrauen vertiefen und Ressourcen von Bereichen abziehen, die die wahren Grundlagen der Stabilität sind. Wenn weniger als vier Prozent der Militärausgaben von 2024 in den Kampf gegen Hunger investiert würden, müsste 2030 kein Mensch auf der Welt Hunger leiden.“ (junge Welt, 10. September 2025, Seite 1)

Tobias Lindner hat sich, allen Beteuerungen zum Trotz, für den Weg der militärischen Konfrontation mit Russland entschieden. Ein katastrophaler Weg! Hindern wir ihn daran!

Das Streitgespräch mit ihm war ein großer Fehler.

DFG – VK Ortsgruppe Kiel

Uwe Schivelbein

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